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Bruno Voigt (1912 - 1988) |
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Festhalten, was Ungewöhnlich ist die Ausstellung über die "Widerstandskunst 1933-1944" von Bruno Voigt in mehrfacher Hinsicht: von der Entstehungsgeschichte über den historischen und bildnerischen Stoff, der an den Wänden der Galerie in beunruhigender Dichte ausgebreitet ist, bis zum Künstler selbst, dessen Name dem hiesigen Publikum kaum vertraut sein dürfte. Ende 1986 zeigte ihn die Galerie Bodo Niemann, die den "Künstler der ASSO-Weimar" auch in ihre entdeckerfreudigen Zwanziger-Jahre-Ausstellungen miteinbezog, und so kennt man Arbeiten vom Anfang der dreißiger Jahre. Jetzt kommen die Jahre der Diktatur, von Krieg und Gefangenschaft dazu.geschehen ist Bruno Voigt in der AGO Galerie Der 1912 in Gotha geborene Voigt ist in der DDR spät entdeckt worden. Der ehemalige Meisterschüler von Walter Klemm in Weimar, Mitbegründer der dortigen Assoziation revolutionarer bildender Künstler noch Ende 1932, die sich bald auflöste, Mitglied von Agitprop-Gruppen und zeichnender Satiriker, während der Nazizeit in dörflicher Zurückgezogenheit lebend, war nach dem Krieg in SBZ und DDR vorwiegend kulturpolitisch tätig und von 1954 bis 1983 Direktor der Ostasiatischen Sammlung der Ost-Berliner Staatlichen Museen. Erst die Ausstellung Revolution und Realismus von 1978/79 brachte den Künstler Voigt wieder an die Öffentlichkeit. ~ In der dahinsiechenden Weimarer Republik noch Studierender, jung und aufnahmebereit, zeigt Voigt Anklänge an Feininger und mehr noch an Dix, Grosz, Schlichter und Karl Arnold - von ihrer kritischen und anklagenden Kraft zehrt er und bewahrt sie, notgedrungen im Verborgenen, auch über die folgenden Schreckensjahre hinweg. Voigts bei AGO gezeigte Arbeiten sind rare Beispiele innerdeutscher Widerstandekunst und künstlerlsche Dokumente auch aus alliierter Kriegsgefangenschaft. Gewiß, Grosz und andere haben ihre Spuren hinterlassen, aber ihre Härte, mit Zynismus und kaltem Haß gepaart, schlägt weniger durch. Voigt spart mit Schock und Häme, ist anarchischer, ungelenker, naiv und drastisch, fast unkünstlerisch. Er fühlte sich als kleines Licht, in violetter -Finsternis und weniger als Künstler, denn er wollte nur etwas festhalten, was wirklich geschehen ist. Aber auch dies ist "verfemte Kunst" (Haftmann). Hier hat einer jenseits ästhetischer Perfektion seine Wut über Die Barbarei niedergemalt . Die Ausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstanden, von dem im materialreichen Katalogbuch zu jedem Blatt aus Interviews hervorgegangene ausführliche Erläuterungen und persönliche Erinnerungen zu finden sind. Nur wenige Tage vor Ausstellungseröffnung ist Voigt gestorben. Michael Nungesser in: Der Tagesspiegel, 1.12.1988, S 22, |
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